NEUHOLLAND - ein Schildergruß aus Brandenburg
David Stenzel wohnt in Oberkotzau bei Hof und hat Verwandtschaft in Neuholland. Bei seinem letzten Besuch sprach er mit dem dortigen Bürgermeister und erklärte anhand des Fernwehpark Prospekts die multikulturelle Bedeutung des Hofer Projekts. Der Bürgermeister erkannte sofort die hohe Werbewirksamkeit, den Namen von "Neuholland" zwischen Schildergrüßen aus aller Welt präsentieren zu können und stellte eine Ortseingangstafel zur Verfügung, die auf Grund ihres Namens sogar in den Themenpark "Aussergewöhnliche deutsche Ortsnamen" wie "Kalifornien", "Grönland", "England" oder "Brasilien" passt.
Wie genannte Länder stammt aber auch "NEUHOLLAND" nicht von dort, was der Name vermuten lasse könnte. "Neuholland" ist ein Ortsteil der Stadt Liebenwalde im brandenburgischen Landkreis Oberhavel.
Zur Geschichte: Es war die Zeit des Großen Kurfürsten. Der Oberjägermeister Freiherr Gerhard Jobst von und zu Hertefeld erwarb 1652 einhundert Hufen Bruchland. Der Graf hatte den Ehrgeiz, den Sumpf nach holländischem Vorbild zu entwässern und für die Milchwirtschaft nutzbar zu machen. Dazu holte er Kolonisten aus seiner niederrheinischen Heimat. So entstanden bis 1704 28 Milchbuden als Vierseitenhöfe mit Käsehaus in der Mitte oder als Vorlaube, ein typisches Streudorf.
1704 verkaufte Hertefeld die Kolonie an König Friedrich I. Der Name Neu-Holland wurde erstmalig im Kaufvertrag erwähnt als Referenz an seine Mutter Louise Henriette, Prinzessin von Oranien. Mit der Schaffung von weiteren 21 Hofstellen erlangte das Dorf seinen heutigen Umfang.