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100 Jahre MOSCHENDORF

Vom Samstag, den 29. April 2006 bis 01. Mai 2006 stand der Hofer Ortsteil MOSCHENDORF ganz im Zeichen eines großen Jubiläums - und das gleich in zweifacher Weise: 100 JAHRE Eingemeindung Moschendorf und 100 JAHRE Gemischter Chor Hof-Moschendorf 1906 e.V.

Eine Feierlichkeit, die nicht nur in der Presse (Hofer Anzeiger / Blickpunkt) in großformatiger Aufmachung gewürdigt wurde...

...,sondern auch in einer wunderschöne, 96-seitigen Festzeitschrift zum Ausdruck kam.

Nicht zu übersehen in allen Publikationen, ein gelbes Ortsschild mit der Aufschrift "Moschendorf 1906 - 2006".

Jürgen Müller, Vorsitzender der Vereinigung Moschendorfer Vereine, zugleich auch Vorstand der Moschendorfer Feuerwehr (links) und Gottfried Trampisch, stellvertr. Vorsitzender und Löschguppenführer der Feuerwehr Moschendorf, ließen es sich nicht nehmen, mit einem ganz besonderen Schildergruß an das denkwürdige Ereignis zu erinnern, auf viele Jahre hinaus.

Sie ließen dazu ein Ortsschild anfertigen, dass in allen Einzelheiten einem "Echten" entsprach, mit dem üblichen Blech, der offiziellen Farbe und Reflektion - nur mit dem Unterschied, dass die Aufschrift dem Grund des Jubiläums entsprach: "Moschendorf 1906 - 2006"

"Vor drei Jahren bin ich auf die Eingemeindungssache gestoßen", erinnert sich Müller. Dass dies ein Grund zum Feiern werden würde, war ihm schnell klar - zumal er im Zuge der Nachforschungen bemerkt habe, dass auch der Chor 100 Jahre alt wird. Eine gemeinsame Geburtstagsfeier lag also nahe.

Zwei Tage vor dem Fest wurde das Jubiläumsschild an Fernwehpark Initiator Klaus Beer übergeben, verbunden mit der Bitte, es vor der Präsentation im Hofer Fernwehpark noch über das Wochenende "entführen" zu dürfen. Denn man wollte nicht versäumen, das schöne Jubiläumsschild im Festzelt während des Festkommers mit ins Blickfeld der Besucher zu stellen.

Natürlich durfte bei der vorläufigen Schilderbergabe auch ein Bild vor der medienerprobten Schilderkulisse fehlen. Wo das Jubiläumsschild letztendlich seinen Platz finden wird sei an dieser Stelle noch nicht verraten, denn das sollen die "Moschendorfer" bei einem Bummel durch den Fernwehpark, wie auch die Besucher aus aller Welt, selbst "entdecken".

Dieses Doppeljubiläum aber ist es wert, etwas näher auf die Geschichte des Ortsteiles sowie die Anfänge des Chores einzugehen. So bestimmten bis in die Mitte des 19. Jahrunderts Mühlen und landwirtschaftliche Anwesen das Bild der früheren Gemeinde "Moschendorf" und der heute bedeutsame Chor entwickelte sich aus aus dem ebenfalls im Jahre 1906 gegründeten "Arbeiter- Turn- und Gesangsverein 1906". Bis heute unauslöschlich mit dem Chor verbunden ein Name: Fritz Walther.

Teil der Stadt Hof seit 100 Jahren

Unser kleiner historischer Rückblick wurde uns freundlicherweise vom Hofer Anzeiger zur Verfügung gestellt:

"Im Namen seiner Majestät des Königs" wurde es damals verkündet: Vom 1. April 1906 an gehört Moschendorf zur Stadt Hof. Der einzige Weg der aufblühenden Industriestadt Hof, der stetig wachsenden Bevölkerung Wohnraum anbieten zu können, lag seinerzeit in der Eingemeindung der umliegenden Dörfer und Gemeinden. Der Gemeinde Moschendorf, damals noch von vergleichbarer Fläche wie die Stadt Hof, musste die Eingemeindung natürlich erst schmackhaft gemacht werden. Erst nach Zugeständnissen - etwa dem Erhalt der Schulen in Moschendorf und Krötenbruck, der Angliederung der Feuerwehren an die Hofer Wehr und dem Anschluss an die moderne städtische Infrastruktur - stimmte der Gemeinderat zu.

Die einstige Gemeinde Moschendorf beinhaltete übrigens nicht nur das gleichnamige Dorf. Die "Gemarkung Moschendorf" gibt noch heute Aufschluss über die Ausdehnung, die bis zum Münster bis Erlalohe und Döhlau reichte und große Teile des heutigen Stadtteils Krötenbruck mit einschloss.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte der Name Moschendorf traurige Berühmtheit, schließlich entstand hier das gleichnamige Deportationslager, von dem zurzeit noch eine Ausstellung im Museum zeugt. Über 600 000 Menschen - Vertriebene und Flüchtlinge aus dem östlichen Mitteleuropa wurden hier registriert.

Diese und noch viele weiterführende Informationen finden sich übrigens in der Festschrift zum Stadtteiljubiläum, in der Jörg Behrendt die Moschendorfer Geschichte zusammengetragen hat.

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