Der längste Schildergruß im Fernwehpark
Das wohl längste Schild im Fernwehpark haben Mechthild und Heinz Schremmer mitgebracht. Und auch sonst haben die beiden Hofer bislang schon für "Schilder-Sensationen" gesorgt. Waren sie es doch, die im Original Sign Post Forest in Watson Lake / Kanada ein Ortsschild von HOF angebracht haben, zu einer Zeit, als es den Fernwehpark in Hof noch gar nicht gab.
Damit man sieht, woher das Riesen-Schild auch kommt, wo MARIEHAMN auf der Landkarte zu finden ist, muß natürlich auch ein Aufkleber angebracht werden, auf dem "A`land-Inseln" steht.
Der Aufkleber könnte folgendes erzählen: Azurblaues Meeresleuchten soweit das Auge reicht, dies ist die Kulisse, inmitten der im Herzen der Ostsee heute 6500 Inseln funkeln, das Archipel der A`land-Inseln. Doch als vor über 6000 Jahren die ersten Jäger und Fischer vom finnische Festland sich in die Weite der Ostsee vorwagten, existierte noch kein Archipel. Eine einzige Insel ragte über die See. Mit der Geduld der Jahrtausende hat Baumeister Natur ein wahres Inselparadies erschaffen. 1480 qkm Landflälche und die Heimat von 25.000 A´ländern. Neben der Hauptinsel "Fasta A`land" erstreckt sich vor allem nach Osten, zum Schärenmeer von Turku hin bis über den Horizont hinaus ein einziges unübersehbares Inselmeer.
MARIEHAMN selbst, eine russische Gründung aus dem Jahre 1861, ist heute die Hauptstadt des Archipels. 11.000 Menschen leben in der Stadt der "Tausend Linden", die auf einer 1,5 Kilometer langen, schmalen Landzunge zwischen den beiden Häfen des Ortes liegt.
Während des ganzen Sommers bis hinein in den September beleben Märkte, Regatten und Musikveranstaltungen das Bild dieser lebhaften Kleinstadt. Höhepunkte des kulturellen Lebens sind die Seefahrtstage und das A´land Jazz Festival im Juli. Und nicht zu vergessen: Im Westhafen von Mariehamn liegt die "Pommern", ein großes Segelschiff, vor Anker.
Fernwehpark Initiator Klaus Beer freute sich sehr über das Riesen-Schild, sind es doch gerade solche Schildergrüße, die wie überdimensionale Mosaiksteine das Gesamterscheinungsbild des Fernwehparks ausmachen und man sich dadurch in die unterschiedlichsten Städte und Länder wegträumen kann.
Doch wie transportiert man so ein "Riesending"? Heinz Schremmer: "Als wir es vom Bauhof abholten trauten wir unseren Augen nicht. Nur gut, daß wir mit dem Wohnmobil unterwegs waren. Wir haben es dann auf dem Dach befestigt, mit Pappe und Tüchern umwickelt, damit es sich beim Fahren nicht klappert und ja nicht verscherbelt." Und Mechthild Schremmer fügt hinzu: "Wir waren über eine Stunde mit der Befestigung beschäftigt, denn schließlich mußte es sicher festgezurrt sein und die Fahrt von über 1.600 Kilometern nach Hof gut überstehen. Einmal lockerte sich die Pappe und klopfte wie ein Specht an das Dach. Das war so nerventötend, daß wir anhalten mussten um die Konstruktion neu zu befestigen."
Fernwehpark Intitiator Klaus Beer ist begeistert: "Was haben da Mechthild und Heinz Schremmer alles auf sich genommen, um den Fernwehpark mit einem Schild zu bereichern. Haben sie damals schon aus dem Yukon ein tolles Nummernschild mitgebracht und ein weiteres von einer letzten Reise aus Norwegen mitgebracht. Hängt wohl auch damit zusammen, daß sie den Original Sign Post Forest mit eigenen Augen schon gesehen und demzufolge zu dem deutschen Äquivalent eine besondere Beziehung entwickelt haben."
Abschlußbild vor dem Willkommensschild des Hofer Fernwehparks. Ab sofort grüßt MARIEHAMN die Besucher. Doch lassen wir die Schremmers selber erzählen von ihrer diesjährigen Reise in den hohen Norden, der für sie seit Jahren ihr liebstes Reiseziel ist:
"Die A`land - Inseln liegen zwischen Stockholm und Turko/Finnland. Die diesjährige Reise sollte zur Erkundung einmal dorthin gehen. Die A`land Inseln bestehen aus ca. 6.500 großen und kleinen Inseln, dessen Sprache die schwedische ist, ansonsten ist es ein Archipel mit eigener Regierung, Briefmarken usw. des Festlandes Finnland.
Dort herrscht Natur pur. Kleine Fahrradfähren führen zur Überwindung großer Distanzen auf Schusters Rappen, die uns wunderschöne Stellplätze boten, direkt am Wasser.
Während der ganzen Reise aber war ein Gedanke mit an Bord - ein Schild für unseren Fernwehpark mitzubringen..." Anmerkung von Klaus Beer: "Ich freue mich sehr, daß Mechthild und Heinz Schremmer das Wort UNSEREN gebrauchen, sieht man doch, daß sie sich als Hofer mit diesem aussergewöhnlichen Projekt schon richtig identifiziert haben."
Doch lassen wir Frau Schremmer weiter erzählen. "Auf Eckerö sagte man uns, daß wir uns an die TEKNIKSA VERKEN, den Bauhof, wenden sollten, Nun gab es die berühmten Sprachschwierigkeiten. Doch ein Flyer vom Fernwehpark in englischer Sparche war recht hilfreich bei den dort verantwortlichen Damen und Herren, ebenso die Fotokopie eines Artikels in der Norwegischen Zeitung, die vor drei Jahren über das aus der HOF-KOMMUNE mitgebrachte Schild berichet hat.
Viele Telefonate innerbetrieblich waren die Folge unseres Anliegens bis man uns erklärte, daß wir Anfang der Woche ein Schild abholen könnten. Eine Bestätigung, daß der Transport rechtmäßig sei, wurde beim Direktor besorgt, so daß wir dann beruhigt die lange Fahrt zurück mit Schild unter die Räder nehmen konnten.
Es ist immer ein kleines Abenteuer, ein Schild für den Fernwehpark zu besorgen, besonders im Ausland, wenn man die Sprache nicht beherrscht und sich bis zu den entsprechenden Stellen durchkämpfen und dann noch alles erklären muß". Fernwehpark Initiator Klaus Beer: "Wir haben das ja alles in den USA und in Neuseeland schon zigmal durchexerziert und wissen, wovon wir reden. Ich kann auch versprechen, daß die Suche nach einem Schildergruß zu einem spannenden und zugleich unvergeßlichen Urlaubserlebnis werden kann. Denn es werden einem dazu oft Tor und Tür geöffnet, die für einen Reisenden sonst verschlossen blieben. Man gewinnt Einblick in das Land in ganz anderer Art. Das haben nicht nur wir erfahren, sondern dies wurde uns auch immer wieder von Reisenden bestätigt, die uns ihr mitgebrachtes Schild übergaben, sei es aus Europa, USA, Kanada, Afrika oder Asien. Keiner wollte das Erlebnis und die Freude, letztendlich ein Schild im Gepäck mit nach Hof gebracht zu haben, je wieder missen."
Der Fernwehpark bedankt sich bei Mechthild und Heinz Schremmer ganz herzlich für die dazu auf sich genommenen Mühen, sozusagen stellvertretend für alle, die im Fernwehpark unter ähnlichen Umständen bereits einen exotischen Fernweh-Schildergruß hinterließen.